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Die in der Industrie stattfindende Innovationsdynamik hat ebenso die Großküchen und die in ihnen ablaufenden technologischen Prozesse beeinflusst. Trendgerecht gilt es heute, flächen- und raumsparende Großküchen zu gestalten, in denen effektive Verfahren und Technologien mit vorwiegend multifunktionalen Geräten für die rationelle handwerkliche Speisenfertigung umgesetzt werden. Derartige Technologien sind sowohl auf ein hohes Niveau der Speisenqualität, -quantität und -präsentation als auch auf ergonomisch sinnvoll gestaltete Arbeitsplatz- und Arbeitsumgebungsbedingungen ausgerichtet /ROHATSCH et al., 1995/. Die beachtlichen Entwicklungen in der Großküchentechnik haben gleichfalls zur Technisierung der Nachbereitungsprozesse, so auch im Spülbereich, geführt. Trotzdem verbleiben Mechanisierungslücken an der Schnittstelle zwischen Produktion und Mensch. Insbesondere die zeitintensiven und physisch belastenden Prozesse der Spülgutsortierung und der Spülmaschinenbeschickung bzw. -entleerung müssen von Hand ausgeführt werden. Der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung dieser vermeintlich einfachen Tätigkeiten wird nur ungenügend Beachtung geschenkt. Schlecht gestaltete Arbeitsplätze verursachen Kosten, Kosten für Arbeitsunfälle, vor allem aber Kosten durch Fehlzeiten infolge körperlicher Beschwerden und Beeinträchtigungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Muskel- und Skeletterkrankungen stellen mit 28,7% die häufigste Ursache krankheitsbedingter Fehlzeiten dar. Die damit einhergehenden Kosten belaufen sich auf ca. 23 Milliarden DM jährlich /BAuA, 1999/. Der durch die Arbeit verursachte Anteil wird auf 33% geschätzt. Somit sind allein 7,6 Milliarden DM/ Jahr arbeitsbedingter Verursachung der Diagnosegruppe Muskel- und Skeletterkrankungen zuzurechnen. Die Gründe dafür bestehen in mangelhaft gestalteten Arbeitsbedingungen /HANSEN, 1993/. Die Zahlen bekräftigen - ein moderner Arbeits- und Gesundheitsschutz muss neben der Prävention von Arbeitsunfällen zunehmend auf die Prävention von arbeitsbedingten Erkrankungen ausgerichtet sein. Die Umsetzung von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen in die Praxis trägt dazu bei. Veränderte Arbeitsformen verlangen einen komplexen ergonomisch-arbeitsmedizinischen Ansatz. Hierzu zählen sowohl eine Analyse tätigkeitsbedingter Belastungen als auch die Beurteilung der Arbeitsumwelt, der Arbeitsorganisation, des Arbeitsinhalts und der damit verbundenen psychosozialen Faktoren. Eine alleinige Optimierung der technischen Arbeitsbedingungen führt nur noch in geringem Maße zur Belastungs- und Kostenreduzierung und ist auch nicht gesetzeskonform (vgl. § 4 ArbSchG). Vor diesem Hintergrund wurde die vorliegende Untersuchung im Spülküchenbereich einer Krankenhausküche durch das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Zwickau initiiert. Sie hat zum Ziel, die gewerbetypischen Belastungen für die verbliebenen manuellen Tätigkeiten aufzuzeigen, ergonomisch zu bewerten und durch gesundheitsfördernde Gestaltungsmaßnahmen zu minimieren. |
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Die Feldstudie zur ergonomischen Bewertung der Arbeitsbedingungen fand im Spülbereich einer mittelgroßen Küche der Gemeinschaftsverpflegung (Krankenhaus) statt. Während der insgesamt vierwöchigen Untersuchung im Zeitraum von Februar bis Juni 2000 wurden die nachfolgenden arbeitswissenschaftlichen und arbeitsphysiologischen Methoden angewandt: Tabelle 1: Methodeninventar zur Untersuchung der Arbeitstätigkeiten in der Spülküche |
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Untersuchungsgegenstand |
Methode/ Instrumentarium |
Belastungssituation: |
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Tätigkeits- und Belastungsstruktur |
Arbeitstagaufnahme |
Wirbelsäulenbelastung durch manuelles Lastenhandhaben |
Leitmerkmalmethode |
Arbeitsbedingte Expositionen |
Klima- Lärm- und Beleuchtungsmessungen gemäß DIN-Normen |
Beanspruchungssituation: |
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Arbeitsschwere |
Messung der Herzschlagfrequenz |
Belastungs- und Beanspruchungsempfinden |
Fragebogen nach SLESINA |
Arbeitsmedizinische Untersuchung |
Ergometrie |
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Die Teilnahmen an den Untersuchungen erfolgte auf freiwilliger Basis nach ausführlicher Information zu Anliegen und Zielen der Studie. Für die aufgeschlossene und konstruktive Unterstützung gilt den beteiligten Beschäftigten unser besonderer Dank. Die arbeitsmedizinischen Untersuchungen wurden dankenswerterweise durch einen Facharzt der Medizinischen Abteilung des Kreiskrankenhauses vorgenommen. |
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Frühschicht: 07:00 bis 14:30, zwei Beschäftigte, |
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Bild 1: |
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Obgleich die Einzelgewichte der zu hebenden Lasten für eine gesundheitliche Schädigung unerheblich zu sein scheinen, bekräftigt eine detaillierte Erfassung aller Arbeitsgegenstände während einer Schicht, dass hieraus eine beträchtliche Gesamtlast resultiert. Bei einer mittleren Hebehäufigkeit von 3902 Hebevorgängen hat jede weibliche Beschäftigte im Durchschnitt 6420 kg pro Schicht zu bewältigen! |
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Abbildung 5: Prozentuale Anteile von Körperhaltungen mit Lastgewichten beim Heben oder Halten - Frühschicht |