

Am 28. April 2009, dem Welttag für den Arbeits- und Gesundheitsschutz und dem 14. Internationalen Gedenktag für verunglückte und verstorbene Beschäftigte, fand in Leipzig die Veranstaltung zum Arbeitsschutz/Jugendarbeitsschutz "Gute Arbeit" - für Sachsen im Rahmen der Arbeitsschutz-Allianz Sachsen statt. Eingeladen hatte der DGB-Bezirk Sachsen als Partner der Arbeitsschutz-Allianz Sachsen. Gastgeber war das BMW AG Werk Leipzig.
Vor Beginn der Konferenz fand für die Konferenzteilnehmer ein Rundgang durch den Ausbildungsbereich des Werkes, in dem zur Zeit ca. 100 Azubis ausgebildet werden, statt. Hier erfahren die in Teams zusammenarbeitenden Jugendlichen eine fundierte Ausbildung unter sehr guten Arbeitsbedingungen. Der Rundgang vermittelte ein positives Bild über die Einhaltung des Arbeitsschutzes in einem Unternehmen mit Arbeitsschutzmanagement-Zertifikat.
Die Konferenz begann mit Begrüßung und Einleitung durch den Vorsitzenden der DGB-Region Leipzig, Herrn Günther und der stellvertretenden Vorsitzenden DGB-Bezirk Sachsen, Frau Kloppisch. Die Moderation hatte Herr Schuh, Abteilungsleiter öffentlicher Dienst/Beamte, Sozialpolitik, DGB-Bezirk Sachsen.
Herr Erlacher, Werkleiter BMW AG Werk Leipzig, unterstrich in seinem Grußwort den Stellenwert des Arbeitsschutzes im Werk und erläuterte die Durchführung des Arbeitsschutzes im Unternehmen.
Auf die Wichtigkeit des Arbeitsschutzes für die Gesunderhaltung junger Menschen, die am Beginn ihres Arbeitslebens stehen, wies Herr Köhler BR-Vorsitzender BMW AG Werk Leipzig, hin.
Herr Hagedorn, Leiter der Bezirksverwaltung Dresden der Verwaltungs-BG, referierte über den "Erhalt der Arbeitsfähigkeit von der Jugend bis ins Alter". Er stellte die Aufgaben der BG vor und sprach über die demographische Entwicklung in Deutschland und die sich daraus ergebenden Probleme und Potenziale.
Herr Prof. Tannenhauer, Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, stellte in seinem Vortrag " Arbeitsunfälle/ Jugendarbeitsunfälle in Sachsen 2008 - Bilanz und Ursachen" das Unfallgeschehen in Sachsen dar. So ging die Zahl der schweren Arbeitsunfälle im Jahr 2008 zurück und stoppte damit den seit 2002 bis 2007 anhaltenden Trend des stetigen Anstieges. Allerdings ist die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle gestiegen. Als Ursachen der Arbeitsunfälle wurden zu 87% menschliches Fehlverhalten festgestellt. Schlussfolgerungen sind: Die klassischen Gefährdungen sind nach wie vor dringlicher Präventionsbedarf, die Fortführung des "Aktionsprogramms Baustellen", die Zusammenarbeit UVT und Staatliche Gewerbeaufsicht, die Erhöhung der Betriebsrevisionen.
Zum Thema "Arbeits- und Jugendarbeitsschutz am Beispiel des zertifizierten Unternehmens BMW" sprach Herr Schaaf, Ausbilder im BMW AG Werk Leipzig. Er erläuterte die Anwendung des Arbeitsschutzes in der Ausbildung, so z.B. die Gestaltung des Arbeitsumfeldes, die Erstellung einer Werkstattanalyse und einer Gefährdungsanalyse. Über einen Jugendarbeitsschutzvertreter erfolgt die Zusammenarbeit mit Betriebsrat und der IG Metall sowie die Weitergabe von Informationen zu Jugendversammlungen und in Gesprächen.
Der Sächsische Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit, Herr Jurk, stellte in seinem Vortrag "Gute Arbeit - für Sachsen. Erkenntnisse aus den Aktivitäten der Arbeitsschutz-Allianz Sachsen" anlässlich des "Welttages für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit" die Vorreiterrolle Sachsens im Arbeitsschutz fest. Er berichtete, dass es seit November 2005 eine sächsische Arbeitsschutz-Allianz gibt, die alle Kompetenzen auf diesem Gebiet bündelt. In einer deutschlandweit einzigartigen Aktion wurden unter anderem rund 100.000 kleine und mittlere Betriebe Sachsens angeschrieben und mit einer Info-Karte aufgefordert, eine Gefährdungsbeurteilung für ihr Unternehmen vorzunehmen. "Wir wollen die Eigenverantwortung von Unternehmen stärken, beispielsweise mit der Einführung von OHRIS, dem System für Arbeitsschutzmanagement", so der Minister weiter. "Prävention lässt sich nicht verordnen. Sie ist aber ein Teil von guter Arbeit", stellte der Minister fest. "Dass gute und sichere Arbeitsbedingungen nicht nur die Beschäftigten schützen und motivieren, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil sind, setzt sich langsam, aber sicher durch", so Minister Jurk.
In der anschließenden Podiumsdiskussion berichteten Frau Klyszcz, Leiterin der Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Ergonomie und Frau Fischer, Betriebsärztin BMW AG Werk Leipzig u.a. über Unfallzahlen. Weiter wurde die Verantwortung von Mitarbeitern und Führungskräften für die Arbeitssicherheit diskutiert, ebenso die Unfallproblematik der Zeitarbeitnehmer. So sind deren Unfallzahlen deutlich höher als bei der Stammbelegschaft. Diskussionsgegenstand waren auch die Verhaltensprävention, Alter und Arbeit und die Forderung nach mehr Aufmerksamkeit für den altersbezogenen Arbeitsschutz durch die Politik.
Herr Dehmel, Aufsichtsperson der Präventionsabteilung Leipzig der Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft, untersuchte in seinem Vortrag "Prävention im Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Auszubildenden/Jugendlichen", die Arbeitsunfallproblematik mit jungen Arbeitnehmern am Beispiel eines Arbeitsunfalls an einer Fräsmaschine. Er stellte weiterhin fest, dass das Unfallrisiko in Kleinbetrieben doppelt so hoch ist wie in Großbetrieben.
"DGB-Jugend und Jugendarbeitsschutz" war das Thema von Herrn Schnabel, DGB-Bezirksjugendsekretär Sachsen. Er kündigte Widerstand des DGB gegen Bestrebungen das Jugendarbeitsschutzgesetz im Sinne des Abbaus von Schutzrechten zu ändern, an. Der DGB fordert einen Jugendarbeitsschutz, der den modernen Bedingungen gerecht wird, die Anhebung des Schutzes von 18 auf 21 Jahre, bessere Kontrollen und höhere Sanktionen durch die Aufsichtsbehörden.
Herr Stuth, Geschäftsführer DGB-Index Gute Arbeit GmbH, erläuterte in seinem Vortrag den "DGB-Index Gute Arbeit". Auf der Basis gesicherter wissenschaftlicher Verfahren werden Indexwerte für 15 Arbeitsdimensionen errechnet. Der Index von 0-100 erstreckt sich von schlechter Arbeit über mittelmäßige Arbeit bis gute Arbeit.
In einem Schlusswort fasste Frau Kloppisch die Beiträge des Tages zusammen und gab einen Ausblick auf das nächste Jahr.