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Bild: Im Konferenzraum in Boxberg

"Her mit einem besseren Jugendarbeitsschutz!
Wie geht's besser?"

Am 28. April 2008, dem Welttag für den Arbeits- und Gesundheitsschutz, fand im Kraftwerk Boxberg eine DGB-Konferenz zum Jugendarbeitsschutz statt. Gastgeber war das Unternehmen Vattenfall Europe Mining & Generation.

Das Unternehmen Vattenfall hat viel in den Standort Boxberg investiert und will das Werk noch weiter ausbauen. Ein neuer Kraftwerksblock mit 675 MW ist in Bau und der Tagebau Reichwalde soll ab 2010 wieder weitergeführt werden. Arbeitsdirektor Dr. Borghorst konnte aber auch auf einen guten Jugendarbeitschutz im Unternehmen verweisen. Von den rd. 8000 Beschäftigten im Werk haben Auszubildende immerhin einen Anteil von 8 - 9 %! Im Jahr 2008 sollen weitere 200 Azubis eingestellt werden. Die Ausbildungsstätte Boxberg arbeitet seit 411 Tagen unfallfrei! "Das ist kein Zufall, denn Arbeitsschutz beginnt für die Azubis gleich an ihrem ersten Tag, gewissermaßen schon in der ersten Sekunde im Unternehmen", so Dr. Borghorst. Auch der Azubi-Sicherheitswettbewerb im Betrieb trägt dazu bei.

Staatsminister Thomas Jurk nannte in seiner Ansprache weniger gute Zahlen: "Die Arbeitsunfallrate junger Menschen ist überproportional hoch gegenüber dem Durchschnitt aller Altersgruppen. Verunglückten 2006 in Sachsen 4,8 % aller erwerbstätigen jungen Menschen bis 24 Jahre, so liegt dagegen der Durchschnitt über alle Arbeitnehmer bei 2,8 %."

Wie kann es besser gehen?

"Einerseits können sicherlich die gesetzlichen Regelungen verbessert werden, andererseits bin ich der festen Überzeugung, dass vor allem der bereits bestehende Jugendarbeitsschutz noch besser umgesetzt werden muss," so Jurk.

In diesem Zusammenhang ging der Minister auch auf die derzeitigen Bestrebungen zur Modernisierung des Jugendarbeitsschutzgesetzes ein: "Ich werde mich dafür einsetzen, dass das modernisierte Gesetz zumindest das bisherige Schutzniveau aufrecht erhält. Verschlechterungen für die Jugendlichen unter dem Deckmantel von betrieblichen Notwendigkeiten werden nicht meine Zustimmung finden."

Und weiter sagte er: "Doch das beste und modernste Gesetz nützt wenig, wenn es nicht so umgesetzt wird, dass es allseits Beachtung findet. Mir ist es viel wichtiger, dass der Gedanke des Arbeitsschutzes werktäglich gelebt wird von den Arbeitgebern, den Eltern, aber auch von den Jugendlichen selbst, als dass hehre Worte in Gesetzestexten nutzlos verpuffen." Das Ministerium wird deshalb auch wieder Fortbildungen für Lehrer an berufsbildenden Schulen anbieten, um deren Wissen aufzufrischen und sie als Multiplikatoren des Arbeitsschutzes zu sensibilisieren.

Herr Weller vom Regierungspräsidium Dresden nannte die Problemfelder des Jugendarbeitsschutzes in den Unternehmen aus Sicht der Arbeitschutzbehörde:
Die Nichteinhaltung von Arbeitszeitregelungen und die unzulässige Beschäftigung Jugendlicher mit gefährlichen Arbeiten.

Als Hauptursachen dafür sieht die Behörde fehlende oder unzureichende Gefährdungsbeurteilungen, die meist auch nicht die Besonderheiten jugendlicher Arbeitnehmer berücksichtigen. Dies belegte er anschaulich mit Beispielen aus der Praxis.

In ihrem Schlusswort unterbreitete Frau Kloppich vom DGB den Vorschlag, ähnlich wie bei Vattenfall auch für kleine und mittelständische Betriebe - wegen der geringen Betriebsgrößen hier allerdings im Branchenverbund - einen Sicherheitswettbewerb für Jugendliche zu organisieren, damit sich die Jugendlichen aktiv in den Prozess des Arbeits- und Gesundheitsschutzes einbringen können.

Außerdem wies sie darauf hin, dass sich in Problemfällen Jugendliche oder Eltern jederzeit an den DGB als ihren Interessenvertreter wenden können.

Auch die Arbeitsschutzbehörden stehen dafür zur Verfügung und behandeln solche Angelegenheiten auf Wunsch vertraulich.